Unser Wahlprogramm: Frischer Wind für Königs Wusterhausen - Mit Mut und Herz für unsere Stadt

 

Liebe Königs Wusterhausener*innen,

der Facharzt mit Aufnahmekapazitäten in der Nähe, ein Kitaplatz in einer guten und frei wählbaren Einrichtung, eine bezahlbare Wohnung, der ausgebaute Radweg zum Bahnhof, das schnelle Internet, der Sport- und Kulturverein, der Erhalt von kleinen Läden in der Innenstadt und die Bäume und Grünstreifen in unserer Straße – direkt vor unserer Haustüre wird über unsere Lebensqualität entschieden. Daher möchten wir gemeinsam mit Ihnen, den Einwohner*innen unseres wundervollen Königs Wusterhausens, die Grundsteine für ein gutes Leben für alle Menschen, heute, morgen und auch übermorgen erhalten und legen.

Bündnis 90/Die Grünen Königs Wusterhausen (B90/Grüne KW) stehen für transparente, bürgernahe und verlässliche Politik. Wir haben eine klare Haltung für eine sozial-ökologische, nachhaltige und weltoffene Stadt. Die Zukunft unserer Stadt wollen wir mit Mut und Herz mitgestalten. Wir setzen uns für einen achtsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen und die Erhaltung unserer vielfältigen Flora und Fauna ein. Daher kämpfen wir für eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise, die den Umwelt- und Naturschutz in besonderer Weise berücksichtigt. Wir als Bündnis 90/Die Grünen wollen als politische Kraft der Mitte mit allen demokratischen Parteien und gesellschaftlichen Akteuren themenbezogen zusammenarbeiten und so für unsere Stadt und ihre Bürger*innen Positives bewirken. Unsere Zukunft lässt sich nur miteinander gestalten!

 

Dafür setzten wir uns in KW ein:

Ø  Mehr Klima-, Umwelt- und Naturschutz

Ø  Gute Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrrädern

Ø  Attraktive und vielfältige Angebote für alle Generationen

Ø  Qualitativ und sächlich gut ausgestattete Schulen, Kitas und Kindertagespflegestellen

Ø  Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes

Ø  Offene und tolerante Gesellschaft, ein respektvolles Miteinander

Ø  Transparente politische Entscheidungen

Ø  Direkte Bürgerbeteiligung

Ø  Moderne und dienstleistungsorientierte Verwaltung

 

1.      Öko logisch – Umwelt-, Natur- & Klimaschutz!

Wir setzen uns für eine natur- und umweltverträgliche Stadtentwicklung ein, denn die wunderschöne Natur unserer Stadt muss für uns, unsere Kinder und Enkelkinder erhalten werden. Deshalb möchten wir Lebensräume für Tiere und Freiräume erhalten, Schutzgebiete achten und Naturschutzverbände bei der Planung von Projekten einbeziehen.

Ein besserer Arten- und Tierschutz lässt sich u.a. durch die Schaffung naturnaher Grünflächen, durch die Reduzierung des Rasenmähens auf das Minimum und den Verzicht auf chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel erreichen. Wir stehen ein für eine gut geplante bauliche Innenverdichtung vor Bebauung der grünen Wiese. Die Rücksichtnahme auf die klimatischen Bedingungen und den Erholungswert von Grün in der Stadt sind bei der Planung von Nachverdichtung vorrangig zu bewerten. Klimaschutz und Klimawandel sind wichtige Themen der Zukunft und auch KW muss hierzu seinen Beitrag leisten. Dies bedeutet zunächst, Energieeinsparung - und damit auch Kosteneinsparung - auf allen Ebenen zu realisieren. Gute Beleuchtungskonzepte bspw. sind ressourcenschonend, entsprechen aktuellen Sicherheitsstandards und wirken darüber hinaus weniger auf die Lebensräume nachtaktiver Tiere ein. Wir brauchen wirksame lokale Klimaschutzkonzepte, die Maßnahmen sowohl für die Begrenzung der Klimaerhitzung als auch für die Anpassung an den bereits stattfindenden Klimawandel beinhalten.

 

Für KW wollen wir konkret:

  • Einen besseren Baum - und Alleenschutz. Dazu gehört die Überarbeitung der Baumschutzsatzungen, ein Nachpflanzprogramm, baumschonender Straßenbau sowie der weitestgehende Verzicht auf Salzeinsatz im Winter.
  • Mehr Blühstreifen - Begleitgrün an öffentlichen Straßen und Wegen sowie Plätzen und Schulhöfen wollen wir ökologisch gestalten. KW soll sich an der Initiative „Deutschland summt“ beteiligen.
  • Die Entwicklung zu einer pestizidfreien Kommune. Den Einsatz von chemischen Düngern, Pflanzenschutzmitteln (Glyphosat etc.) und genmanipulierte Pflanzen wollen wir weiter unterbinden und Bürger*innen gezielt informieren.
  • Den Einsatz von Pestiziden in Naturschutz- und Wasserschutzgebieten ausschließen.
  • Verbindliche Vorgaben zur Flächeninanspruchnahme für Siedlung, Rohstoffe und Verkehr definieren und umsetzen. Vorhandene Waldflächen sollen erhalten und geschützt werden. Wir wollen keine Monokulturen in den Wäldern und setzen auf Waldumbau.
  • Eine Verbesserung des Lärm- und Emissionsschutzes durch:
    • die Vermeidung von weiterem Lärm und Staub,
    • geeignete Lärmschutzmaßnahmen an Eisenbahn- und Autobahntrassen
    • die Umsetzung des bestehenden Lärmaktionsplans der Stadt
  • Emissionsreiche Betriebe dürfen nicht zu nahe am Wohngebiet genehmigt werden.
  • Eine intensive Kontrolle und Ahndung von illegaler Müllentsorgung.
  • Keine weitere Genehmigung von Massentierhaltungsbetrieben im Stadtgebiet. Gegebenenfalls ist die Möglichkeit der Schließung in direkter Nähe zur Wohnbebauung zu prüfen. Wir treten ein gegen eine Erweiterung der Kapazität von Wiesenhof.
  • Die Einführung der Biotonne im gesamten Stadtgebiet. Zudem soll eine Wertstofftonne den Gelben Sack ablösen.
  • Einen kommunalen Aktionsplan gegen Plastik. Wir machen Schluss mit überflüssigem Plastik- und Verpackungsmüll, z.B. durch Pfandsysteme für Kaffeebecher oder Refillstationen für Wasserflaschen (Trinkwasserbrunnen). Wir prüfen die Möglichkeiten einer kommunalen Plastiksteuer.
  • Ein Unterstützungssystem für kommunale Repair Cafés oder kommunale Gebrauchtwarenläden zur Wiederverwendung oder Reparatur von Konsumgütern.
  • Die Entwicklung zur klimafreundlichen Kommune – mehr Erneuerbare Energien, mehr Energieeffizienz und mehr Energieeinsparung, bspw. durch die Teilnahme am Schulprojekt Fifty/Fifty.
  • Die Stelle eines Klimaschutzmanagers schaffen, der den Prozess der klimafreundlichen Kommune begleitet, überwacht und jährlich mittels eines Energie-Berichts dokumentiert.
  • Eine kostengünstige und nachhaltige Straßenbeleuchtung durch Umstellung auf energiesparende und wartungsarme Leuchtmittel wie LED.
  • Die energetische Modernisierung kommunaler Wohnungen und Verwaltungsgebäude sowie die Begrünung des jeweiligen Umfelds voran bringen.
  • Ein Solardachkataster anlegen, um das Potential der Sonnenenergie, insbesondere auf kommunalen Gebäuden und Liegenschaften besser nutzen zu können.
  • Den Klimaschutz als Steuerungsziel in den kommunalen, doppischen Haushalten verankern und umsetzen.

2.      Mobilität und Infrastruktur

Königs Wusterhausen profitiert von seiner Nähe zu Berlin und ist gleichzeitig Tor zum grünen Umland. Den wachsenden Einwohnerzahlen gilt es mit auf die Zukunft ausgerichteten, nachhaltigen Mobilitätsangeboten zu begegnen und dort regulierend einzugreifen, wo der wachsende Verkehr zur Belastung und zum Sicherheitsrisiko wird. Wir Bündnisgrüne setzen auf den konsequenten Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs. Wir wollen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger an Knotenpunkten wie dem Bahnhof Königs Wusterhausen nicht die Füße in den Bauch stehen: Attraktive Umstiegsoptionen nach und von Berlin sowie in die Ortsteile und ins Umland sollen tatsächliche Alternativen zum Individualverkehr mit dem Auto sein. Wir Bündnisgrünen setzen uns für einen umweltgerechten und barrierefreien Verkehr ein. Der Ausbau umweltfreundlicher und klimaschonender Mobilität ist von herausragender Bedeutung. Die weitere Einwohnerentwicklung unserer Stadt soll behutsam und ressourcenschonend erfolgen. Ziel ist es, die Bodenversiegelung zu minimieren, Naturräume und Freiflächen zu erhalten bzw. auch neu zu schaffen.

 

Für KW wollen wir konkret:

  • Den Ausbau der Regio-Verbindungen und die Verlängerung der geplanten 10-Minuten Taktung der S-Bahn über Wildau hinaus bis nach Königs Wusterhausen.
  • Die Anbindung der Ortsteile mit Bus bzw. Bahn insbesondere in den Tagesrandzeiten deutlich verbessern. Dabei setzen wir unter anderem auch auf Rufbus-Angebote.
  • Die Erstellung eines Radverkehrskonzeptes, um umfassend den Bestand der Radverkehrsinfrastruktur in KW auf Basis einer ausführlichen Bestandsaufnahme und –analyse zu erfassen. Das Radverkehrskonzept soll sowohl ein Zielnetz für den Radverkehr also auch die erforderliche Maßnahmen beinhalten (Prioritätenliste).
  • Die Ergänzung vorhandener Parkflächen an Pendler-Kontenpunkten um kommunale Bike & Ride- und Bikesharing-Angebote . Zudem wollen wir sichere und trockene Fahrradabstellanlagen im Bahnhofsumfeld ausbauen.
  • Einen Modellversuch für ein kommunales Verleihsystem für Lastenräder starten und den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos und E-Bikes fördern.
  • Eine Verbesserung des Lärmschutzes (Flughafen, Autobahn, Bahntrasse) und die Umsetzung der Maßnahmen des kommunalen Lärmaktionsplans.
  • Mehr Verkehrssicherheit durch entsprechende Maßnahmen (Shared Spaces, mehr Spielzonen, Tempo 30, Bodenschwellen, regelmäßige Verkehrskontrollen, Park- und Halteverbote in den Kernzeiten). Insbesondere im Umfeld von Kindertagesstätten, Schulen, Pflege- und Altenheimen wollen wir eine Verkehrsberuhigung. Verkehrssicherheitsprojekte zur gegenseitigen Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer fördern wir.
  • Barrierefreiheit im gesamten Stadtgebiet – u.a. durch die Umgestaltung der Schleuse in Neue Mühle.
  • Die Revitalisierung der Bahnhofsgebäude in Niederlehme, Zernsdorf, Kablow und Zeesen sowie eine Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes.
  • Die Überprüfung der Schließzeiten an den Schranken in KW. Da es ab 2021 Mehrbestellung im ÖPNV geben wird, ist mit einer Zunahme der Schrankenschließzeiten zu rechnen. Hierfür muss ein geeignetes Konzept entwickelt werden.
  • Eine durchgehende Fußgängerzone in der Bahnhofsstraße.
  • Die Reduzierung des Flächenverbrauchs durch bessere Nutzung der Siedlungs- und Verkehrsflächen sowie für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung in KW, die dem Prinzip "Innen vor Außen" folgt. Vorhandene Flächen im Innenbereich sollen verdichtet werden, um die Versiegelung in den Randgebieten zu bremsen.
  • Kein weiteres „Ausfransen“ der Ortsteile! Neue Baufelder sollen nur entlang von vorhandenen Verkehrsachsen freigegeben werden, wobei der Lückenschluss vorrangig ist.
  • Die Förderung von bezahlbarem Wohnraum durch Neubau von Mehrfamilienhäusern in der Kernstadt sowie in den Ortsteilen.
  • Den Ausbau des Breitbandes im gesamten Stadtgebiet durch Glasfaserkabel (FTTH). Wo Straßen saniert oder neu gebaut werden, müssen gleichzeitig Glasfaserkabel verlegt werden.

 

3.      Kita, Schule, Familie, Senioren

Wir wollen unsere Stadt familienfreundlicher gestalten – wir wollen eine Stadt für alle! Eine Stadt in der sich Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren wohlfühlen und in der ihre unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Jedes Kind braucht gute Startchancen ins Leben, von Anfang an! Gute Bildung für jedes einzelne Kind – das ist für uns eine zentrale Gerechtigkeitsfrage. Die ersten Lebensjahre entscheiden besonders stark über die Entwicklung eines Menschen. Deswegen brauchen wir gute Kitas und müssen diese entsprechend ausstatten. Schulen wollen wir zu Lern- und Lebensorten entwickeln. Eine gute Schule ist angstfrei, begeistert, bietet ausreichend Zeit bei Lernproblemen, gibt Unterstützung und ermöglicht individuelle Lernwege. Wir wollen mehr Freiräume für Jugendliche schaffen, damit diese ihre Interessen und Fähigkeiten entdecken und weiterentwickeln können. Jugendliche brauchen bessere Mitbestimmungsmöglichkeiten, dies wollen wir aktiv fördern. Die Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen nimmt zu. Die meisten möchten möglichst lange in ihrer vertrauten Wohnumgebung bleiben. Angebote für die ambulante häusliche Pflege und die Bildung eines pflegefreundlichen Wohnumfeldes unterstützen wir.

 

Für KW wollen wir konkret:

  • Die Hebammenversorgung in der Stadt sichern und ausbauen.
  • Der Ausbau der Kinderbetreuung (Abbau von Überbelegung) soll weiter voran gehen und Gründungsprojekte (gerne auch alternative Konzepte) möchten wir unterstützen und fördern.
  • Die räumliche und finanzielle Ausstattung der Kitas verbessern und die Fachkräfte-Kind-Relation aufwerten (Betreuungsschlüssel verbessern). Zudem wollen wir familiengerechte Betreuungszeiten sicherstellen.
  • Langfristig ist die Kita-Beitragsfreiheit das Ziel. Bis diese erreicht ist, setzen wir uns für sozial gerechte und vergleichbare Elternbeiträge in den Einrichtungen der Stadt ein.
  • Familien mit mehreren Kindern müssen mehr als bisher finanziell entlastet werden, indem wir die Kitagebühren ab dem 2. unterhaltsberechtigtem Kind spürbar senken.
  • Der Schulausbau und die Schulmodernisierung müssen konsequent umgesetzt werden.
  • Die finanzielle und technische Ausstattung der Schulen verbessern - für einen innovativen, digital gestützten Unterricht und an moderne Lernformen angepasste Rahmenbedingungen.
  • Inklusive Schulen fördern und weiter ausbauen - gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung.
  • Die Verbesserung der Essensqualität in Kindertageseinrichtungen und Schulen (Umsetzung von DGE Qualitätsstandards). In Kitas, Schulen und öffentlichen Einrichtungen wollen wir konsequent regionale Produkte und mehr Bio auf den Teller bringen.
  • Die ökologische Bildung von Kindern stärken, daher sind wir für die Förderung von bspw. "Schulgarten-Projekten".
  • Die Partizipations- und Gestaltungsmöglichkeiten für Schüler*innen sowie Eltern ausbauen. Dies betrifft u.a. Kitaausschüsse, Kitabeiräte, Schülervertretungen oder Elternvertretungen.
  • Mehr Freiräume für Jugendliche schaffen sowie das Angebot der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit ausbauen. Dafür braucht es die richtigen Voraussetzungen: Räume, Angebote und Beteiligungsmöglichkeiten.
  • Die Empfehlungen der Bestandsanalyse zur Jugendarbeit in KW müssen schnellstmöglich umgesetzt werden. Wir sprechen uns für ein neues und zentrales Jugendfreizeitzentrum in KW sowie entsprechende Angebote in den Ortsteilen aus.
  • Die Spielplätze in KW sollten einer Bestandsanalyse unterzogen und ggf. an die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen angepasst werden. Bei der zukünftigen Planung von Spielplätzen sind die Meinungen von Kindern und Jugendlichen einzubeziehen.
  • Dass Schulsportanlagen nachmittags und am Wochenende der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
  • Den Bau und die Förderung von Familienzentren und Mehrgenerationenhäusern mit dem Ziel der Verbesserung der Freizeitangebote für alle Generationen.
  • Die Einrichtung von Seniorenbeiräten.
  • Die Förderung der Pflege zu Hause oder in Wohngruppen im wohnortnahen Umfeld. Die entschlossene Förderung des barrierefreien sozialen Wohnungsbaus und zukunftsweisender neuer Wohnformen.
  • Die Würdigung und Förderung des ehrenamtlichen Engagements.

 

4.       Nachhaltiges Wirtschaften & moderne Verwaltung

Wir wollen die Verwaltung modernisieren und bürgerfreundlicher machen. Die Möglichkeiten der Digitalisierung sind zu nutzen, um Verwaltungsvorgänge einfacher und effizienter zu gestalten und mehr online-Teilhabe zu ermöglichen. Transparenz und Nachvollziehbarkeit von politischen Entscheidungen und Verwaltungshandeln sind Voraussetzungen für das Vertrauen in demokratische Strukturen und für aktive Teilhabe. Gemeinsam haben wir es in der Hand, unsere Stadt ökologischer, sozialer und weltoffener zu machen. So unterschiedlich und vielfältig wie die Menschen, die hier leben, so unterschiedlich und vielfältig ist unsere Stadt. Wir sind uns bewusst, dass die Herausforderungen in den Stadtteilen sehr unterschiedlich sind und stehen deshalb für eine starke Beteiligung der Ortsbeiräte. Jeder Ortsteil hat das Recht, eigene Lösungen zu suchen und muss dazu auch die tatsächlichen Möglichkeiten haben. Umweltschutz und Wirtschaftsentwicklung sind für uns keine Gegensätze. Die ökologische Modernisierung der Wirtschaft eröffnet ein wichtiges Wachstumsfeld zum Erhalt und für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Wir wollen eine Wirtschaft, die den Menschen und nicht dem Profit einiger Weniger dient. Nachhaltigkeit und Gemeinwohl sind für uns die Grundpfeiler der ökologisch sozialen Marktwirtschaft, die wir weiter stärken wollen. Unser Ziele sind es, die vorhandenen Mittel nachhaltig in die Zukunft zu investieren, Ressourcen sparsam einzusetzen, die Umwelt nicht zu verschmutzen, die Wertschöpfung fair zu verteilen und Armut zu bekämpfen.

 

Für KW wollen wir konkret:

  • Die Vergabe öffentlicher Aufträge und Beschaffung konsequent an ökologische und soziale Kriterien koppeln.
  • Ein Haushaltskonzept, dass die Prioritäten nicht auf kurzfristige Investitionen in Einzelinteressen setzt, sondern auf eine langfristige nachhaltige Entwicklung der Stadt zum Wohle aller Bürger*innen. (Investitionen in Kitas und Schulen, Gemeinde- und Familienzentren, Jugend- und Seniorenarbeit, Sport und Kultur, Klimaschutz- oder Radwegekonzepte u.v.m.)
  • Kommunale Grundstücke nur noch auf Erbpachtbasis vergeben.
  • Eine stärkere Mitbestimmung in den Ortsteilen, u.a. durch selbstverwaltete Ortsteilbudgets.
  • Eine Online-Beteiligungsplattform für wichtige Projekte und Planungen der Stadt. Es soll eine Stadt-App für Informationen und Angebote in der Stadt entwickelt und betrieben werden.
  • Tätigkeiten wie Wachschutz und Reinigungsleistungen dürfen nicht weiter an private Firmen vergeben werden. Soweit möglich, sollen bereits an private Unternehmen vergebene Aufgaben wieder kommunalisiert werden.
  • Schon heute machen viele mittelständische Unternehmen vor, das durch Umweltmanagement gespart werden kann. Dies muss auch verstärkt für kommunale Gebäude und Betriebe umgesetzt werden.
  • Mittelständische Firmen und Handwerksbetriebe stärken, indem wir öffentliche Aufträge und Beschaffung, wo immer möglich, aufgegliedert in Fach- und Teillose ausschreiben.
  • Keine weiteren Großmärkte auf der „Grünen Wiese“, sondern eine gezielte Entwicklung der Innenstadt und der Ortskerne als attraktive Standorte für vielfältige Einzelhandels- und Dienstleistungsangebote.
  • Den Ausbau des Breitbandnetzes als Voraussetzung für die Ansiedlung von Unternehmen.
  • Die besondere Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen aus Handwerk, Handel und Dienstleistung. Neben größeren Industrie- und Dienstleistungsunternehmen bilden sie das Rückgrat der lokalen Wirtschaft.
  • Die Erarbeitung eines ökologischen und nachhaltigen Nutzungskonzepts für unseren Hafen.
  • Einkaufsmöglichkeiten für biologische und regionale Produkte verbessern und entsprechende Unternehmen unterstützen.
  • Die Entwicklung eines naturnahen Tourismus, der in der Region Arbeitsplätze schafft.
  • Den zeitnahen Lückenschluss des touristischen Radwegenetzes.
  •   Eine kommunale Divest-Strategie entwickeln, die Mittel von Geldanlagen bzw. Unternehmen abziehen, die z.B. fossile oder nukleare Energieträger stützen, Waffen herstellen oder vertreiben, Pflanzen oder Saatgut gentechnisch verändern oder Tierversuche bei Kosmetika durchführen.

 

5.      Demokratie leben – Beteiligung, Kultur & Ehrenamt fördern und Extremismus entgegen treten

Kunst und Kultur ist für eine offene Gesellschaft unverzichtbar und kann in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche Orientierung geben und neue Perspektiven eröffnen. Wir wollen die kulturelle Vielfalt und das kulturelle Leben vor Ort beleben und fördern. Bei der freiwilligen Feuerwehr, im Sportverein oder an der Tafel: Ehrenamtliches Engagement ist ein elementarer Bestandteil des Gemeindelebens und trägt zum Zusammenhalt der Gesellschaft bei. Dementsprechend soll dieses Engagement auch hinreichend gewürdigt und unterstützt werden. Neben der Verleihung von Auszeichnungen soll die Stadt weitere Möglichkeiten zur Unterstützung prüfen und diese unbürokratisch umsetzen. Immer mehr Menschen hegen den Wunsch nach echter Teilhabe – politisch, sozial und gesellschaftlich. Sie wollen ihr Lebensumfeld aktiv mitgestalten und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Die Kinder- und Jugendbeteiligung muss weiter ausgebaut und gestärkt werden. Wir wenden uns gegen jede Form von Extremismus, Rassismus und Ausgrenzung. Wir brauchen eine starke demokratische Gesellschaft, die deutlich macht, dass wir menschenfeindliche Ideen und Handlungen nicht tolerieren. Alle Menschen, die hier aufwachsen und leben, wohnen und arbeiten, brauchen Perspektiven für ein gutes Leben. Unser Ziel ist, Teilhabe und Selbstbestimmung für jede und jeden zu ermöglichen. Wir stehen für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft, die die Verschiedenheit der Menschen als Bereicherung versteht und wertschätzt. Dazu wollen wir zivilgesellschaftliches Engagement und lokale Aktionsbündnisse weiter stärken und die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung ausbauen.

 

Für KW wollen wir konkret:

  • Den Ausbau der direkten Mitwirkungsmöglichkeiten der Bürger*innen sowie die Stärkung lokaler und regionaler Initiativen.
  • Bürgerhäuser für alle Ortsteile, damit ein kulturelles Angebot durch die Vereine gefördert und erhalten bleibt.
  • Bei Bedarf die Einführung eines Bibliotheksbusses für die Ortsteile.
  • Öffentliche Musik- und Kunstschulen, Ausstellungs- und Aufführungsräume, Volkshochschulen und Bibliotheken bieten ein hochwertiges Angebot an kultureller Bildung, welches wir gut ausstatten, erhalten und ausbauen wollen. Die Angebote dürfen nicht als sogenannte „freiwillige Leistungen“ dem Rotstift zum Opfer fallen.
  • Die Arbeit zivilgesellschaftlicher Initiativen und Jugendarbeit langfristig sichern.
  • Die Förderung und Unterstützung der Kinder- und Jugendbeteiligung vor Ort. Die Stadt soll einen Beauftragte*n für Angelegenheiten von Kindern und Jugendlichen benennen.
  • Die Gleichstellung der Geschlechter vor Ort voranbringen und die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten in ihrer Arbeit stärken.
  • Die verlässliche Finanzierung von Frauenhäuser und Frauenschutzwohnungen.
  • Den interkulturellen Dialog fördern und verstärkt Projekte unterstützen, die den Austausch mit Migrant*innen und Neuzugewanderten fördern. Dabei setzten wir uns für ein ausreichendes und gut erreichbares Angebot an Sprach- und Integrationskursen ein.
  • Gute Bedingungen für eine gelingende Integration schaffen. Eine Migrationssozialarbeiter*innen soll die Integration vor Ort koordinieren und fördern.
  • Die Vermittlung und das Leben demokratischer Werte sowie eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte in unseren Schulen, Jugendclubs, Vereinen und Kultureinrichtungen.
  • Die Erarbeitung einer städtischen Strategie gegen extremistische Ideologien.
  • Die Steigerung der Attraktivität des Ehrenamts auch für Jugendliche, um deren Verankerung vor Ort zu stärken und den anstehende Generationenwechsel zu meistern.

 

Es ist an der Zeit, dass wir auch in der größten Stadt des Landkreises für eine offene Gesellschaft, soziale Teilhabe und den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen eintreten. Über den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und die Zukunft unseres Planeten wird auch hier in der Königs Wusterhausen entschieden: „Global denken, lokal handeln!“ Für eine gemeinsame Zukunft ohne Angst und mit mehr Mut und Zuversicht: Am 26. Mai 2019 Bündnis 90/Die Grünen wählen!

Unser Wahlprogramm als .pdf